
Hühnersuppe und Streuselkuchen
Ich nehme` heute mal ’nen Deo
und creme mich ein.
Rasiere mich noch gründlich.
Anstand muss sein auf der Beerdigung.
Der Karl liegt in seiner Kiste
und wird heute abgelassen.
Will ja nicht auch schon nach Tod riechen.
Ob die Würmer in ihm bereits nagen
und sich durch die Haut
nach draußen fressen?
Oder halten sie noch still
und warten auf das Poltern der Erde von oben
als Startsignal?
Die Schlegel der Totenglöckchen
schlagen derweil hundertfach
die Wunden tiefer.


Dies ist eine Aktion, die von Katha kritzelt ins Leben gerufen wurde. Jeden Dienstag wird ein selbst-geschriebenes Gedicht veröffentlicht.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen.
Mit von der Partie sind auch:
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Erinnerungswerkstatt
Lebensbetrunken
Dein Poet
Geschichte/n mit Gott
Suses Buchtraum
Wortmann
Traumspruch
Lyrik trifft Poesie
Voller Worte
Zielstrebig
Puzzleblume
wolkenleer
Querfühlerin
L wie

Im Grunde ist diese Tradition grotesk.
Da stimme ich Dir voll zu. Der Gestorbene
…. Hat ohnehin nichts mehr davon und die Familie braucht sicherlich nicht das Beileid von denen, die nur aus Anstand gekommen sind.
Genau….. ich mag eher, wenn man ein Fest veranstaltet, das das Leben feiert. Dann werden die eingeladen, die einem wichtig sind. So stelle ich mir das vor.
Tod ist immer unfassbar. Ich verstehe, dass man sich trifft, um sich des Lebens zu vergewissern, Rituale haben positive Seiten, aber als Betroffener ist es eine Qual.
Morgenkaffeegrüße, Werner, trotz allem 🌤️🌳🎶☕🍪
Beerdigungen können schön und schrecklich sein. Meine letzte war schrecklich, aber ich bin trotzdem froh, da gewesen zu sein, für mich und um es zu kapieren – er ist wirklich tot und kommt nicht zurück.
Dieses „man muss da hin“ ist furchtbar. Es sollten einfach die Abschied nehmen sollen, die das brauchen.