ABC-Etüden 36-40.2 – KI Check


„Hallo, Guten Tag!

Bitte schreibe mir einen Text mit maximal 300 Wörtern zum Thema „Grenzerfahrung“. In dem Text sollen außerdem die Worte „mutig“ und „abhaken“ vorkommen. Der Text sollte in höherem Masse kreativ sein und sich an den Stil von Bukowski anlehnen.“

Das war meine Vorgabe an die beiden KIs, auf die ich über meinen PC-Zugriff habe. Ich wollte mal testen, ob die KI gleiche oder ähnelnde Texte verfasst. Ehrlich gesagt, bin ich SEHR überrascht, u.z. zum einen über das total unterschiedliche Ergebnis vom Inhalt her, aber auch SEHR überrascht von der Qualität der beiden Texte. Das hätte ich so nicht erwartet und muss neidlos gestehen: diese Texte hätte ICH NICHT hinbekommen.

Was denkt ihr darüber?

Sollten wir bei den ABC-Etüden eine Art Selbstverpflichtung eingehen, keine KI-Texte zu verwenden?

 

Microsoft Copilot KI:

Es war eine dieser Nächte, in denen der Mond wie ein müder Wächter über die Stadt hing. Die Straßen waren leer, bis auf die Schatten der Vergangenheit, die sich in den Ecken versteckten. Ich saß in meiner Stammkneipe, ein Glas Whiskey vor mir, und dachte über das Leben nach – oder das, was davon übrig war.

 

Grenzerfahrungen, dachte ich, sind wie diese verdammten Zigaretten, die man raucht, obwohl man weiß, dass sie einen umbringen. Aber manchmal muss man mutig sein, die Grenzen überschreiten, um zu fühlen, dass man noch lebt. Es ist wie ein Tanz auf dem Drahtseil, ohne Netz darunter. Ein falscher Schritt, und du fällst. Aber was ist das Leben ohne Risiko?

 

Ich erinnerte mich an die Nacht, als ich beschloss, alles hinter mir zu lassen. Die Stadt, die Menschen, die Erinnerungen. Ich packte meine Sachen, stieg in den nächsten Bus und ließ alles zurück. Es war eine Grenzerfahrung, die mich veränderte. Ich war mutig, ja, aber auch dumm. Doch manchmal muss man dumm sein, um mutig zu sein.

 

Jetzt sitze ich hier, in dieser verrauchten Kneipe, und denke darüber nach, wie ich all das abhaken kann. Die Fehler, die Verluste, die verpassten Chancen. Vielleicht ist das der wahre Mut – nicht das Überschreiten der Grenzen, sondern das Akzeptieren der Konsequenzen. Das Abhaken der Vergangenheit, um Platz für die Zukunft zu schaffen.

 

Ich nahm einen letzten Schluck Whiskey, drückte die Zigarette aus und stand auf. Es war Zeit, weiterzugehen. Die Nacht war noch jung, und die Grenzen warteten darauf, überschritten zu werden.

(252 Worte)

 

ChatGPT:

Grenzerfahrungen – das sind diese Momente, in denen dir das Leben die Faust ins Gesicht rammt. Du stehst da, taumelst, und alles, was du tun kannst, ist nicht umzukippen. Du fragst dich, was der verdammte Sinn hinter all dem ist, aber manchmal gibt es keinen. Da sitzt du dann, mit dem Rücken zur Wand, und die Uhr tickt. So ist das Spiel, und es gibt keine Extra-Runden.

Mutig? Klar, das hört sich gut an. Sei mutig, steh auf, mach weiter – als ob das so einfach wäre. Mutig zu sein heißt, weiterzumachen, obwohl alles in dir schreit, dass du einfach liegen bleiben sollst. Aber du machst weiter. Warum? Weil du musst, das ist alles. Du weißt, dass da draußen noch mehr kommt. Das ist das Ding mit Grenzerfahrungen – sie zeigen dir, dass du immer weitergehen kannst, selbst wenn es wehtut.

Und dann, irgendwann, schaust du zurück. Du betrachtest all den Mist, den du durchgemacht hast. All die Kämpfe, die Verluste, die Nächte, in denen du allein warst, mit einem billigen Drink in der Hand und deinen Gedanken, die dich zerfleischt haben. Du siehst das alles und merkst: Du hast es überlebt. Du hast es abgehakt. Wie einen Eintrag auf einer Liste. Harter Schlag, aber erledigt.

Am Ende bleibt nichts, außer dem nächsten Schritt. Grenzerfahrungen kommen, und sie gehen, aber du – du stehst immer noch. Vielleicht nicht unverändert, aber immer noch da. Und das ist, verdammt nochmal, genug.

(235 Worte)

 

20 Comments

  1. KI lernt unglaublich schnell.
    Angeblich passt sich der Stil auch Deinem an, wenn Du das möchtest.

    Ich finde die Ergebnisse auf den ersten Blick sehr gut, aber sie beinhalten mMn noch immer etwas Generisches. Aber das wird sich bald ändern.

      1. Es gibt schon viel leistungsstärkere Alternativen. Man hat inzwischen erkannt, je mehr Kapazität man AI gibt, desto schneller lernt es.
        Aber jetzt ist schon sicher, dass es sich von dieser Struktur entfernen wird, weil es zu langsam und zu viel Kapazität braucht.
        Man orientiert sich mehr an das Gehirn.

  2. KIs lernen aus dem, womit man sie füttert, und das sind mit Sicherheit auch Schreibprojekte wie die Etüden – ich gehe davon aus, dass wir nicht gefragt werden.
    Ob ich erkennen würde, dass nicht du diese Texte geschrieben hast? Ja, in diesem Fall, weil ich deinen Stil kenne, wären sie mir komisch vorgekommen. Ich behaupte aber nicht, dass das immer so ist oder sein wird.
    Zum Thema Selbstverpflichtung muss ich daran erinnern, dass das Thema seit knapp zwei Jahren durch ist, und darf auf das Kleingedruckte verweisen (Punkt 2): https://365tageasatzaday.wordpress.com/abc-etueden-kleingedrucktes/
    Da ich es gut finde, dass du das Thema noch mal aufgeworfen hast, würde ich mich freuen, wenn du deinen Beitrag noch um eine echte „Werner-Etüde“ erweitern könntest, damit ich ihn dann in der nächsten Liste verlinke 😎😁
    Danke dir wieder mal sehr für die Mühe und die Diskussion!
    Nachmittagskaffeegrüße ⛅🌳🌻☕

    1. Danke für Deine Zeilen. Das Kleingedruckte habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht gelesen gehabt. Die Ergänzung zu KI finde ich sehr sinnvoll und auch in Zukunft strikt befolgen, denn ich möchte auch weiterhin mit eigenen Gedanken dabeisein.
      Wünsche Dir ein schönes Wochenende.
      Hier in Mittelhessen machen wir am Abend schon wieder den Holzofen an!

    2. Dass sie jede Qualität von Texten mit verarbeiten, ist ja auch das Problem im Augenblick. Eine KI, die nur aus anerkannter Literatur lernen würde, würde auch andere Ergebnisse zeigen.

      Immerhin haben wir Schreiben ja auch nicht anders gelernt. Wir lesen und lesen und nehmen unterbewusst oder bewusst Dinge auf.

      1. Bei den Vorgaben, die Du der KI für den gewünschten Text machst, kannst Du aber quasi einflechten, welches „Niveau“ oder „Gattung“ Du wünscht. Bei dem Microsoft Edge KI Copilot, kannst Du z.B. standardmäßig wählen: in höherem Masse kreativ oder ausgewogen oder genau.
        Und ja, da stimme ich Dir zu: wir haben auch nur durch Abgucken und Nachplappern gelernt, bis wir in der Lage waren, zu verknüpfen oder Grenzen zu umgehen.

  3. KI den Beitrag schreiben zu lassen, mag bei allgemeinen Themen gelingen. Selbst da kann man noch einiges verbessern. Ich nutze die Möglichkeiten eher als Ideengeber in der Arbeit und wandle die Texte dann noch um. Das macht die Arbeit etwas effizienter und ich komme auf Ideen, die ich sonst vielleicht nicht gehabt hätte. Es ist so etwas wie ein Partner beim Brainstorming.

  4. Interessante Ergebnisse sind es, aber auch ein bisschen „typisch KI“, was Klischeehaftigkeit und dieses gewisse „Drüber“ der Gefühligkeit angeht, was immer wieder eine kitschromanhafte Anmutung hat, und Ähnliches findet sich auch bei der bildgebenden KI wieder.

    Dass „Bukowski“ sofort, Männlichkeit, Alkohol und Zigaretten auf den Plan rufen ist eigentlich schade, denn dadurch entsteht diese Gleichförmigkeit.

    Ansonsten ist das ein Ergebnis von Schulung an oft Abgefragtem, einem Massengeschmack. Vielleicht werden künftig gewisse schlichte Erzeugnisse zur anspruchslosen, seriellen Unterhaltung KI-generiert, ohne dass es weniger anspruchsvollen Lesern auffällt, wenn dies nicht sogar bereits der Fall ist.

    Dein persönlicher Stil wirkt auf mich zwar auch immer eher männlich, weicht aber sonst glücklicherweise durch echte Originalität weit davon ab.

    1. Danke! Habe es heute dann mit dem Thema noch einmal selbst versucht.

      Die KI -aber wir Menschen doch auch – dokumentiert ein gewisses Schubladen-Denken, da hast du wohl recht. Aber wir ordnen doch auch so ein, oder?

      1. Das denke ich auch. Daher funktioniert es wohl auch so gut in mancher Hinsicht. Wer sich gerne in einfach überschaubaren Kategorien unterhalten lassen möchte, wird sich nicht beschweren. Deswegen gucken manche jahrelang dieselbe TV-Serie, auch wenn alles ziemlich vorhersagbar ist. Im Grunde funktioniert es so wie in alteingesessenen, jahrzehntelang von denselben Menschen besuchte Kneipen die Speisekarten, auf denen einfach bestimmte Gerichte stehen müssen.

  5. Bitte sei mir nicht böse, aber ich sehe das Ganze mit immer gemischteren Gefühlen. Gerade wo es um Projekte zur Förderung der eigenen Kreativität geht – da möchte ich KI nicht nutzen, weil ich nicht diejenige sein will, die die KI füttert und weiter befeuert.

    LG

    Ulrike

      1. das mag wohl sein, aber unsere Konversationen bleiben im kleinen Kreis, der nur gelegentlich größer wird, wenn andere hinzukommen, um daran teilzunehmen. Bei der KI kommen aber ständig neue Inputs von überall her dazu, die sich exponentiell vermehren.

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