Der Dienstag Dichtet – Vorausschau


Bild von Ri Butov auf Pixabay

Vorausschau

Lauwarm rann Blut

an seiner Brust herunter,

er schwankte, übergab sich,

griff in die leere Hosentasche,

die andere Hand verkrampfte sich,

er kriegte es nicht hin, den Zip aufzuziehen.

Schweiß perlte ihm von der Stirn,

als er sich auf dem Boden krümmte.

Da lag sie noch, die halbleere Flasche:

bin gerettet, dachte er,

versuchte, hin zum Fels zu robben,

wie damals bei der Nahkampfausbildung,

da war er der schnellste,

ging es ihm durch den Kopf,

aber jetzt stieg es wie Nebel in ihm auf,

der Fels rückte in weite Ferne,

Kälte stieg in ihm hoch,

loslassen, dachte er noch,

als das Blut durch seine Zahnlücken quoll.

Aber da kamen bereits die ersten Fliegen.


Dies ist eine Aktion, die von Katha kritzelt ins Leben gerufen wurde. Jeden Dienstag wird ein selbst-geschriebenes Gedicht veröffentlicht.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen.
 
Mit von der Partie sind auch:

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Erinnerungswerkstatt
Lebensbetrunken
Dein Poet
Geschichte/n mit Gott
Suses Buchtraum
Wortmann
Traumspruch
Lyrik trifft Poesie
Voller Worte
Zielstrebig
Puzzleblume
wolkenleer
Querfühlerin
L wie

 

5 Comments

  1. Dieser alte Spruch: Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin… der wird nie alt. Und bleibt leider illusorisch. Man stelle sich vor, alle würden es tatsächlich so machen und die Obersten würden brüllen, bis sie rot sehen und trotzdem geht keiner hin… ach ja.

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