
Zorn
Mich treibt der Zorn eines Vergessenen,
der Halt an den Strahlen der Sonne sucht,
stolpernd im Kreise,
schwindlig von den Echos,
dem Widerhall der Zeiten.
Drohnenbilder zerreißen
den Himmelsfaden,
im Meer des Zweifels
nur ein Rettungsring
ohne Leine.
Ich verschließe die Augen,
Nichtwissen schwappt in meinem Mund,
schnappe tief nach Luft,
sacke ab im Strudel der Zeit,
verloren zwischen den Dimensionen.

Anmerkung: Manchmal ist Zorn nicht laut, sondern einsam. Nicht gegen jemanden gerichtet, sondern gegen das Verstummen der Welt. Dieses Gedicht entstand in einem Moment, in dem Worte die einzige Rettung waren.

Dies ist eine Aktion, die von Katha kritzelt ins Leben gerufen wurde. Jeden Dienstag wird ein selbst-geschriebenes Gedicht veröffentlicht.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen.
Mit von der Partie sind auch:
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Erinnerungswerkstatt
Lebensbetrunken
Dein Poet
Geschichte/n mit Gott
Suses Buchtraum
Wortmann
Traumspruch
Lyrik trifft Poesie
Voller Worte
Zielstrebig
Puzzleblume
wolkenleer
Querfühlerin
L wie

Worte sind wirklich manchmal die Rettung, finde ich auch. Und den Zorn habe ich in der letzten Woche auch gespürt, heftig sogar.
Sehr eindrucksvoll und gewaltige Wortbilder. Und ich fürchte, solchen Zorn kenne ich auch – in diesen Zeiten wohl sehr viele
Ja, und man fühlt sich so hilflos.