
Zorn
Mich treibt der Zorn eines Vergessenen,
der Halt an den Strahlen der Sonne sucht,
stolpernd im Kreise,
schwindlig von den Echos,
dem Widerhall der Zeiten.
Drohnenbilder zerreißen
den Himmelsfaden,
im Meer des Zweifels
nur ein Rettungsring
ohne Leine.
Ich verschließe die Augen,
Nichtwissen schwappt in meinem Mund,
schnappe tief nach Luft,
sacke ab im Strudel der Zeit,
verloren zwischen den Dimensionen.

Anmerkung: Manchmal ist Zorn nicht laut, sondern einsam. Nicht gegen jemanden gerichtet, sondern gegen das Verstummen der Welt. Dieses Gedicht entstand in einem Moment, in dem Worte die einzige Rettung waren.


Worte sind wirklich manchmal die Rettung, finde ich auch. Und den Zorn habe ich in der letzten Woche auch gespürt, heftig sogar.
Sehr eindrucksvoll und gewaltige Wortbilder. Und ich fürchte, solchen Zorn kenne ich auch – in diesen Zeiten wohl sehr viele
Ja, und man fühlt sich so hilflos.