Ende ohne Geräusch
Er lag ein Bett weiter,
rechts neben mir.
Jetzt steht er nicht mehr auf.
Seine Frau,
eine resolute
Uffgestumpte,
sitzt zehn Minuten
still in der Ecke.
Dann steht sie auf,
packt seine alten Klamotten
in den Rollkoffer.
Ihr Krückstock
schlägt einen Takt,
den sie nicht hört.
Den Blick
hat sie verloren.
Das Bett
wird neu bezogen.

Dies ist eine Aktion, die von Katha kritzelt ins Leben gerufen wurde. Jeden Dienstag wird ein selbst-geschriebenes Gedicht veröffentlicht.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen.
Mit von der Partie sind auch:
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Erinnerungswerkstatt
Lebensbetrunken
Dein Poet
Geschichte/n mit Gott
Suses Buchtraum
Wortmann
Traumspruch
Lyrik trifft Poesie
Voller Worte
Zielstrebig
Puzzleblume
wolkenleer
Querfühlerin
L wie


Unendlich berührend!
Wenn man selbst Zeuge wird, ja, das geht dann schon unter die Haut.
Das ist zum Heulen. Aber ja, so ist es.
…auch erledigt…So geht ein Leben, unendlich oft seit Menschenbeginn.
Traurig und ehrlich und darin irgendwie schön.
Was mich bei diesem Sterbefall eines total Fremden berührt hat, ist genau dieses Nebeneinander: der Tod, der sich nicht ankündigt, und die Welt, die sich nicht entschuldigt, sondern weitermacht. Das Bett wird neu bezogen, als wäre der Körper nur ein Gegenstand gewesen, der kurz entfernt wurde. Und du sitzt selbst irgendwie dazwischen, atmend, krank, lebendig – und gleichzeitig sprachlos.