
Bekenntnis
Mit meiner künstlichen japanischen Linse
schaue ich auf die Welt
über mein Hörgerät made in China
höre ich die Vögel zwitschern
mit meiner künstlichen Handprothese
tippe ich diese Zeilen in meinen PC
und lasse mir den Text
wegen meiner abgebissenen Zunge
von der Sprach-App vorlesen.
Aber ich muss
unterbrechen
um meinen künstlichen Darmausgang
zu leeren
und im Rollstuhl ins Bad fahren
um mein vergessenes Gebiss zu holen.
Dann mit Haftcreme
zurück zu meiner Hilfsintelligenz Laptop.
Dort kann ich mir alte Bilder ansehen
längst vergessene Musik hören
von meiner Vergangenheit träumen
und mit KI das Buch meines Lebens schreiben lassen.


Dies ist eine Aktion, die von Katha kritzelt ins Leben gerufen wurde. Jeden Dienstag wird ein selbst-geschriebenes Gedicht veröffentlicht.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen.
Mit von der Partie sind auch:
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Erinnerungswerkstatt
Lebensbetrunken
Dein Poet
Geschichte/n mit Gott
Suses Buchtraum
Wortmann
Traumspruch
Lyrik trifft Poesie
Voller Worte
Zielstrebig
Puzzleblume
wolkenleer
Querfühlerin
L wie

Ganz schön deprimierend 🙈
Ja, alt werden ist heutzutage möglich aber auch eine ganz schöne Herausforderung.
Wie war das: „Alt werden ist nichts für Feiglinge“?
Aber ich werde lieber alt, als jung zu sterben …..
Genau, meine Frau sagt: einfach immer weiteratmen!
Ich glaube, dass so ein Szenario für viele ganz selbstverständlich Alltag ist, vielleicht ohne die Handprothese und die abgebissene Zunge (es gibt auch Menschen, die nach Schlaganfall nicht mehr artikulieren können) 🤔. Die nächste Frage ist dann die nach der Definition von Lebensqualität …
Morgenkaffeegrüße, lieber Werner 🌤️🌼☕🍪
Die einengende Frage nach Lebensqualität machen wohl nur wir Menschen.
Ich merke an meinen Junioren, dass sich Lebensqualität nicht daran ausmacht welche Hilfsmittel man nutzen muss. Hilfsmittel sind Mittel zum Zweck. Wichtiger ist es, dass andere Menschen da sind, die das Leben mit uns teilen. Miteinander macht Lebensqualität!
Da hast Du recht, das Miteinander ist ein ganz wichtiger Aspekt!
+schaudet+ aber immer die Frage nach der möglichen Alternative…
Die Bremer Stadtmusikanten sagen: etwas besseres als den Tod findest du immer.
Ja, ob sie damit wohl Rollstühle und verschiedene Hör-, Seh- und Beißgeräte gemeint haben 🙂 🙂
Wohl eher den Mut, weiter zu leben, und wenn es möglich ist, auch mit mentaler oder technischem Support.
Finde ich auch gut und richtig
Beängstigendes Bild einerseits, aber auch faszinierendes Bild andererseits.
In jedem Falle mehr Chancen als jede Generation vor uns.