Vorspann:
Aus den beiden Gedichten „Die Frage aller Fragen“ und „Paradox“ veröffentlicht am 13.1.26 bzw. 20.1.26 unter Kathas Rubrik „Der Dienstag Dichtet“ habe ich versucht, durch kleine Änderungen und durch das Hinzufügen eines dritten Teiles einen Zyklus zu basteln, den ich „Leuchtspur“ genannt habe.
Der Zyklus beginnt mit Teil I. Er öffnet den Raum: die Suche nach dem Sinn beginnt bereits vor uns, sie hat keinen Ursprung und kein Ende. Teil II ist dann die Erfahrung: wir ahnen ein Licht, für das wir keinen Namen haben, es berührt uns. Teil III verbindet beides: das Licht erkennt uns, sucht uns, um uns weiterzutragen und zu erkennen, als Mensch Verantwortung zu übernehmen. Quasi eine Reise, die vom Kosmischen ins Intime und dann ins Gemeinsame führt.

Leuchtspur
I.
Weit vor unserem ersten Atemzug
und bevor der erste Laut entstand
suchen wir Antworten auf Fragen
die keiner jemals stellen kann
weil die Ewigkeit
keinen Ursprung hat
II.
Am Rande unserer Gedanken
zeigt sich ein zitterndes Licht,
das keinen Namen trägt,
wie ein Schatten wabernd
fällt und schwerelos steigt,
Sehnsucht entfacht
auf einen Raum,
der uns alle kennt.
III.
Ein Licht,
das uns sucht,
uns die Zuversicht gibt,
in ihm weiterzugehen.



Schön 🙂
Sehr schöne Worte, die auch noch viel in sich tragen
Eine tolle Conclusio! 😇
Mit diesem Zyklus habe ich glaube ich das erste Mal selbst richtig verstanden, was die indische Philosophie mit der Erkenntnis „Der Weg ist das Ziel“ meint, Man könnte auch sagen: der Sinn ist die ewige Suche, um als Mensch diese Welt zu bewohnen.
Tja, es ist ein langer Weg.