
käfigate
zeitlebens
lebendig
in einen käfig
gesperrt
von geifernder fratze
zur schau gestellt
studienobjekt
für verhaltensmuster
eherne werte übergestülpt
verantwortung auferlegt
bei gehorsamkeit brosamen
in den käfig gestreut
und hinterhältig lächelnd
ein besseres Leben versprochen.
zur bewährung ausgesetzt.
ein leben lang
an den stäben gerüttelt
den vögeln den wind geneidet
wolken und sonne verschluckt
den verlorenen schlüssel gesucht.
freiheit ist nur draussen.


Dies ist eine Aktion, die von Katha kritzelt ins Leben gerufen wurde. Jeden Dienstag wird ein selbst-geschriebenes Gedicht veröffentlicht.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen.
Mit von der Partie sind auch:
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Erinnerungswerkstatt
Lebensbetrunken
Dein Poet
Geschichte/n mit Gott
Suses Buchtraum
Wortmann
Traumspruch
Lyrik trifft Poesie
Voller Worte
Zielstrebig
Puzzleblume
wolkenleer
Querfühlerin
L wie

Aber wer hat den Schlüssel verloren? Vielleicht braucht man ja auch gar keinen.
Das eingerostete und unterdrückte Wollen ist wohl eher der Schlüssel.
Nochmal zu meiner schnellen Antwort von heute morgen: Die Idee hinter dem Gredicht war aufzugreifen, dass unser Leben weitgehend fremdbestimmt wird, überformt von äußeren Erwartungen: moralische Anforderungen, gesellschaftlichen Normen, Rollen — und „Belohnungen“ für Nicht-Aufmucken, die aber den Mangel an echter Freiheit nicht aufwiegen.
Und als Fazit: Freiheit wäre denkbar, aber für viele einfach nicht zugänglich, weil der Wille, der Mut, die Kraft fehlt, aus dem „vicious circle“ auszubrechen.
Das stimmt wohl. Ich argumentiere immer aus dem Luxus eie gewisse Freiheit zu haben.