Der Dienstag Dichtet – Wie ein Furz auf der Gardinenstange


KI generiert durch Copilot

Wie ein Furz auf der Gardinenstange

 

Du wirst in eine Welt geboren

wie ein Furz in eine kalte Küche:

mit angewinkelten Beinen.

Blutverschmiert hängst du

an einem kapillaren Strang,

der dir Leben zugeführt hat.

Ein Schnitt und du bist frei

und plötzlich Individuum,

mit Rechten und Pflichten.

Und sie kneten dich zurecht,

umhüllen dich mit Stoff:

gute Worte schnüren dich ein

und gute Wünsche stärken dir

nicht wirklich das Rückgrat.

 

Irgendwann kannst du ohne

Stütze laufen und merkst:

sie brauchen dich als

Konsumenten ihrer Waren,

als Statist für ihren Erfolg,

als Stütze im Alter

und Drucker ihrer Rente.

 

 

Und gar, um mit blanker Brust

ihre Zechen zu bezahlen.

 

 

Hock dich endlich auf die Leiter

und sage: jetzt scheiß ich drauf!

Und frage dich:

wäre ein Leben ohne Illusionen

lebenswerter gewesen?

 

Und Loriot flüstert dir zu:

Ein Leben ohne Illusion ist möglich,

aber sinnlos.

 

7 Comments

    1. Mit den „krassen“ Texten möchte ich halt ein wenig aufrütteln und die Illusionen , die uns begleiten aufdecken: die Illusion von Freiheit, von Sinn, von Selbstbestimmung. Aber es soll auch ein Anstoss sein zur Befreiung – nicht durch Zerstörung, sondern durch Erkenntnis.

      Und die Abwandlung von Loriot vielleicht die Erkenntnis, dass Illusionen nicht das Problem sind – sondern die Frage, welche wir wählen.

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